| Sassello | |
Das erste Dokument, das den Namen Sassello erwähnt, stammt aus dem Jahre
967, als Otto II, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation
„ [...] illas curtes [...] consistentes a flumine Tanaro usque ad flumen
Urbam et ad litus maris, quarum nomina haec sunt: [...] Salsole, Miolia
[...] “ Sassello dem Grafen Aleramo zum Lehen gab („concedimus, donamus
atque largimus“). Seitdem erscheint Sassello mehrfach in der Geschichte,
zum Beispiel im Jahre 1120, als die erste Abtei der Zisterzienser im nahen
Tiglieto gegründet wurde, wodurch die ganze Gegend um Sassello einen wirtschaftlichen
Aufschwung erfuhr. Die geografische Lage unseres Dorfes im Grenzgebiet
zwischen dem Fürstentum Piemont und der Republik Genua hat oft zu Spannungen
geführt und viele Zerstörungen verursacht, zuletzt wurde Sassello 1672
heimgesucht. Napoleons Schlacht in Montenotte ließ Sassello nicht unbehelligt.
Historiker und Sammler suchen noch heute nach Fundstücken aus damaliger
Zeit. Napoleons Gouverneur, Claude Chabrol, hat mit seinem statistischen
Werk über die hiesige Bevölkerung und die Ökonomie dieser Täler im XIX
Jahrhundert einen entscheidenden Beitrag geleistet. Diese 1824 in Paris
veröffentlichte Schrift ist fast alles, was wir aus dieser Zeit besitzen.
Ein königliches Dekret gab Anfang des XIX Jh. Sassello das Stadtrecht.
Damals lebte die Bevölkerung von der Roheisenverarbeitung (XVII bis XIX
Jh.) und den Leinwebereien (bis mitte XX Jh.), aber auch von der reichlichen
Kastanienernte. Die Wälder liefern auch heute Bau- und Brennholz. Um 1860
entwickelte sich die bis heute wichtigste wirtschaftliche Quelle: Die
Spezialität Amaretti (Mandelgebäck), die sich nationaler und internationaler
Beliebtheit erfreut.
In Sassello werden Sie bald alle Händler kennenlernen: Bruna ist
in ihrer Bäckerei genau um die Ecke vor der Haustür zu treffen;
dazu verkauft Giuseppina Gemüse und fast alle Lebensmittel die
Tür danach. In Sassello gibt es noch zwei Bäckereien, eine
kleine Konditorei (die, die beste Focaccia in Sassello bäckt) drei
Schlächter, vier Bars, drei Restaurants, bei Carlo (der "Plin"
genannt) frische Ravioli und Tagliatelle, eine kleine Bücherei,
ein Tabak-laden und eine Apotheke. Der Wochenmarkt findet am Mittwoch
in der Piazza Rolla statt: vergessen Sie nicht, das Auto Dienstag Abend
richtig zu parken! Brauchen Sie Schuhe? Bartolo ist einer der letzten
Schumacher Liguriens, und gerne verkauft neben den Industrieschuhen
auch seine eigene Handwerkskunst. Und mehr, freitags gibt es Kino. Haben
Sie noch Fragen? Wir stehen gerne zu Ihrer Verfügung. |
|